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Ein neues Kapitel in der Tango-Geschichte

Portrait von Michael Dolak

Michael Dolak machte eine sensationelle Entdeckung: „Ich habe angefangen, die Scans der Arrangements mit den Troilo-Aufnahmen mitzulesen, um mehr über die Stilistik von seinem Orchester zu lernen“, erzählt er. „Dabei fiel mir nach einer Weile auf, dass ich nicht zu allen Arrangements passende Aufnahmen finden konnte. Und dabei habe ich dann entdeckt, dass sich in eben diesem Nachlass 28 bislang unveröffentlichte, d.h. nicht aufgenommene Arrangements befinden, die Troilo entweder nur live oder auch gar nicht aufgeführt hat.“

Doch all die Mühe ist es wert, so Dolak: „Die Besonderheit ist nicht nur das Live-Erlebnis eines Orchesters dieser Größe – mit einigen der besten Tangomusiker Europas–, sondern das Repertoire: Jedes einzelne Stück wird sowohl für die Tänzer als auch für die Zuhörer in dieser Fassung unbekannt sein. Obwohl die Stücke teilweise sehr bekannt sind, nur eben nicht von Troilos Orchester. Dennoch fühlen sie sich alle sehr vertraut an, weil die bekannte Stilistik Troilos in jedem einzelnen Arrangement enthalten ist“, schwärmt er.

Das Ganze ist also ein aufwändiges und mutiges Projekt – aber eine würdige Hommage an Pichuco, der vielleicht am liebsten noch mal aus dem Grab aufstehen würde, um der Auferstehung seiner Stücke beizuwohnen!

Tangodanza

In Tangodanza 2025/3 ist ein ausführlicher Bericht von Ulrike Wiebrecht über das Projekt erschienen. tangodanza_preview

Michael Dolak

  • 1979 geboren in Leipzig, Deutschland
  • ab 1986 Akkordeon-Unterricht an der Musikschule Leipzig „Johann Sebastian Bach“ bei Valeri und Eduard Funkner
  • 2003-2007 Bandoneón-Studium im Fachbereich „Tango Argentino“ an der „Rotterdam Academy for World Music“ bei Victor Hugo Villena, Leo Vervelde, Gustavo Beytelmann und Coco Nelegatti
  • seit 2007 freischaffender Musiker und Musikpädagoge in Berlin
  • 2011 1. Preisträger 48. Internationaler Akkordeonwettbewerb Klingenthal in den Kategorien „Bandoneonsolisten ohne Altersbegrenzung“ und „Instrumentalgruppen mit mindestens einem aber höchstens zwei Bandoneons mit insgesamt bis zu sechs Musikern“ (Cuarteto Rotterdam)
  • seit 2015 Mitglied der Jury des Internationalen Akkordeonwettbewerbs Klingenthal in den Kategorien „Bandoneonsolisten ohne Altersbegrenzung“ und „Instrumentalgruppen mit mindestens einem aber höchstens zwei Bandoneons mit insgesamt bis zu sechs Musikern“